Veranstaltungsdetails

Kategorie: Öffentliche Veranstaltungen

Freitag, 28. April 2017 ǀ 20:15 - 22:00 Uhr

Die Seinsformen des frühkindlichen Menschen. Affektpsychologische Überlegungen.
Teil 1: Metatheorie und Klinik.

Referent: Prof. Dr. Rainer Krause
Moderation: Dipl.-Psych. Bernd Pütz

Ausgehend von der habituellen Desintegration des frühkindlichen Erlebens werden in dieser Arbeit die Probleme erörtert, wie man sich die Integration der verschiedenen Gedächtnisse, Sinnesgebiete und die Repräsentationsformen dieser frühen Erlebnisse vorstellen soll. Unter Rückgriff auf die im Affektsystem von Beginn an verfügbare Semiotik des Ausdrucks, wird die Idee verfolgt, dass von Beginn an der Affektausdruck des Anderen Organisationskern der kindlichen Persönlichkeit ist, und dass die frühen Repäsentationsformen Gesichts- und Lautperzepte sind. Den elterlichen Projektionen folgend wird das Kleinkind mit einer Fülle von Leitaffekten dieser Projektionen konfrontiert, wie z.B. Verachtung, Ekel, Ärger und Angst. Davon hebt sich die Freude ab, die wir bei sicheren Bindungen finden. Wir nennen sie in Anlehnung an Tomkins „emotional scripts“ und zeigen auf, dass dieselben ins Erwachsenenalter weitergeführt werden. Es werden fünf Fallvignetten von erwachsenen Patienten eingeführt und diskutiert, die nach solchen affektiven Drehbüchern existieren. Wir versuchen zu zeigen, dass diese Drehbücher geändert werden können, wenn es gelingt den sie tragenden Affekt durch einen anderen zu ersetzen. Diese Überlegung führen zu einer Neufassung des Vorgangs der Spaltung. In der Diskussion und einer weiteren Arbeit die zeitgleich mit der vorliegenden in der Psyche veröffentlicht
werden wird werden wir die behandlungstechnischen Folgerungen darstellen.

Ort: Frankfurter Psychoanalytisches Institut, Myliusstr. 20, 60323 Frankfurt, Vortragssaal, 1 Stock

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