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Psychoanalytische Ausbildung am FPI
Aktualisiert am 10.03.2009
Ärzte, Psychologen und in Ausnahmefällen
auch Angehörige anderer akademischen Berufe mit
besonderem Interesse an der Psychoanalyse können
sich am Frankfurter Psychoanalytischen Institut berufsbegleitend
zum Psychoanalytiker ausbilden lassen. Die Ausbildung
ist so aufgebaut, dass sie die Richtlinien der DPV und
die internationalen Standards der IPA erfüllt,
zugleich aber mit den Anforderungen des Psychotherapeutengesetzes
und der Ärztekammer integriert ist. Auf diese Weise
sind im Verlauf dieser Ausbildung zwei berufsrechtliche
Abschlüsse möglich: Für Ärzte
die Zusatzbezeichnung "Psychoanalyse", für
Psychologen die Approbation als Psychologische
Psychotherapeuten in psychoanalytisch begründeten
Verfahren (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
und analytische Psychotherapie). Mit dieser Qualifikation
erwerben Ärzte und Psychologen die Berechtigung,
die entsprechenden psychotherapeutischen Verfahren innerhalb
der Gesetzlichen Krankenversicherung auszuüben,
sofern sie nach der jeweiligen Bedarfsplanung eine Zulassung
von der Kassenärztlichen Vereinigung bekommen.
Ein Kooperationsvertrag zwischen dem FPI und der Psychosomatischen Klinik des Hospitals zum Heiligen Geist ermöglicht es ärztlichen Ausbildungskandidaten die Zusatzbezeichnung "Psychoanalyse" berufsbegleitend zur Gebietsbezeichnung "Psychotherapeutische Medizin" zu erwerben. Dadurch kann eine Doppelung von gleichen Weiterbildungsinhalten in den Ausbildungsgängen vermieden werden.
Für die praktische Tätigkeit in psychiatrischen Einrichtungen, die im Psychotherapeutengesetz für die Psychologen vorgeschrieben ist, bestehen Kooperationsverträge mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Frankfurt sowie mit den Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie in Offenbach, Riedstadt, Heppenheim, Darmstadt, Hanau, Marburg, Friedberg, Mainz und Schlüchtern. Ferner besteht eine Kooperationszusage der Klinik Hohe Mark in Oberursel und des Waldkrankenhauses Köppern in Friedrichsdorf.
Ärzte und Psychologen, die bereits eine Qualifikation
für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
besitzen, können am FPI in einem etwas kürzeren
Ausbildungsgang die Zusatzqualifikation für analytische
Psychotherapie erwerben.
Angehörige anderer akademischer Berufe können
mit der Ausbildung die Mitgliedschaft in der DPV erwerben,
jedoch keine Berechtigung zur Teilnahme an der gesetzlichen
Krankenversorgung, und sind deshalb im praktischen Teil
der Ausbildung auf privat zahlende Patienten angewiesen.
Das kann einen erfolgreichen Abschluß der Ausbildung
sehr erschweren.
Die psychoanalytische Krankheitslehre geht von der
Erkenntnis aus, dass die unbewusste Abwehr schmerzlicher
Erfahrungen und Konflikte im Verlauf der menschlichen
Entwicklung gravierende psychische Symptome und Persönlichkeitseinschränkungen
verursachen kann. In der psychoanalytischen Behandlung
richtet der Patient sein Sprechen, Handeln und seine
Gefühle an den Analytiker und stellt so bewusst
und unbewusst dar, wie sich die Erfahrungen seines Lebens
in ihm niedergeschlagen haben. Die Aufgabe des Analytikers
ist es, die unbewussten Bedeutungen dieser Kommunikation
verstehend aufzugreifen und so dem Patienten einen besseren
Zugang zu seinem inneren Erleben zu ermöglichen.
Dadurch wird der Patient in die Lage versetzt, angstfreier
und flexibler mit seinen emotionalen Konflikten umzugehen.
Dieser Prozess braucht Zeit, denn er geht mit tiefgreifenden
Veränderungen einher, die Angst machen und deshalb
behutsam und geduldig bearbeitet werden müssen.
Da der verstehende Umgang mit unbewussten Konflikten
und Ängsten die Grundlage der psychoanalytischen
Arbeit darstellt, steht die Schulung der Wahrnehmung
für unbewusste psychische Prozesse im Mittelpunkt
der Ausbildung zum Psychoanalytiker. Die Ausbildung
umfasst:
- Lehranalyse (Selbsterfahrung)
Die eigene Person ist im analytischen Prozeß
das wichtigste "Arbeitsinstrument" des Analytikers,
da sie den Resonanzboden für die unbewussten
Mitteilungen des Patienten bildet. Dieser Resonanzboden
kann für die Patienten nur empfänglich und
hilfreich sein, wenn der künftige Analytiker
sich mit seinen eigenen psychischen Konflikten auskennt,
sich ausreichend abgrenzen und zugleich eine Haltung
emotionaler Durchlässigkeit aufbringen kann.
Um die Entwicklung dieser Fähigkeit zu ermöglichen,
ist die eigene Selbsterfahrung unerlässlich.
Sie findet mit vier Wochenstunden statt und begleitet
in der Regel die gesamte Ausbildung.
- Theoretische Ausbildung
In einem ausbildungsbegleitenden Curriculum werden
die theoretischen Konzepte der Psychoanalyse vermittelt.
- Praktische Tätigkeit
Psychologen benötigen nach dem Psychotherapeutengesetz
ein Jahr (1200 Stunden) Tätigkeit an einer psychiatrischen
klinischen Einrichtung und sechs Monate (600 Stunden)
Tätigkeit an einer Einrichtung der psychotherapeutischen
oder psychosomatischen Versorgung. Ärzte benötigen
nach den Bestimmungen der Ärztekammer ein Jahr
Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie oder
bei mindestens fünfjähriger praktischer
Berufstätigkeit den Nachweis entsprechender psychiatrischer
Kenntnisse.
Für Psychologen, die über eine entsprechende
Vorerfahrung nicht verfügen, bietet die Mitarbeit
in der Ambulanz des Instituts die Möglichkeit,
die erforderliche psychosomatisch-psychotherapeutische
Erfahrung zu erwerben. Für das psychiatrische
Jahr bestehen Kooperationsverträge mit einigen
Psychiatrischen Kliniken in Frankfurt und Umgebung.
Eine Bezahlung im Rahmen dieser Kooperationsverträge
kann jedoch derzeit keine dieser Kliniken anbieten.
- Praktische Ausbildung
In der praktischen Ausbildung, die nach Absolvierung
einer Zwischenprüfung (Vorkolloquium) erfolgt,
werden analytische Patientenbehandlungen unter Supervision
durchgeführt. Im Mittelpunkt dieses Ausbildungsteils
steht die Erfahrung mit hochfrequenten Langzeitbehandlungen,
in denen die Wirkungsweise unbewusster Prozesse und
der Übertragungsdynamik in der Behandlung kennengelernt
werden soll.
Ausführlichere Informationen über Bewerbungsmodalitäten
und Ausbildungsverlauf erhalten Sie über das
Sekretariat des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts,
Frau Mia Volling,
Wiesenau 27-29,
Tel.: 069-17 46 29.
Telefonische Sprechzeiten: Dienstag 15:00 bis 17:00 Uhr
E-Mail: Sekretariat@FPI.de
Das Sekretariat kann auch Beratungsgespräche für
Interessenten bei Analytikern des Instituts vermitteln.
Für die Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung "Psychoanalyse"
sind folgende Ärztinnen und Ärzte von der
Landesärztekammer Hessen ermächtigt:
Herr Dr. med. Meinhard Korte (Leitung)
Herr Dr. med. Otto Goldschmidt
Frau Dr. med. Britta Heberle
Frau Dr. med. Angela Köhler-Weisker
Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme im Zusammenhang mit der Ausbildung:
Dr. phil. Werner Bohleber
Lehr- und Kontrollanalytiker der DPV im Örtlichen
Ausbildungsausschuss des Frankfurter Psychoanalytischen
Instituts für Lehranalysen (LA) und Supervisionen
von hochfrequenten Ausbildungsanalysen (SUP);
bei allen hier aufgeführten Lehranalytikern sind
auch Supervisionen für niederfrequente Psychotherapie
möglich.
Dr. phil. Werner Bohleber (SUP, LA)
Dr. med. Thomas Charlier (SUP, LA)
Dipl.-Psych. Rotraut De Clerck *(SUP, LA)
Dipl.-Psych. Maria-Elisabeth Eckardt (SUP, LA)
Dr. med. Anita Eckstaedt (SUP)
Dr. med. René Fischer* (SUP)
Dr. med. Otto Goldschmidt (SUP, LA)
Ilse Grubrich-Simitis (SUP,)
Dr. med. Britta Heberle (SUP, LA)
Ulrike Jongbloed (SUP, LA)
Dr. med. Rosemarie Kennel (SUP, LA)
Dr. phil. Rolf Klüwer (SUP)
Dr. med. Angela Köhler-Weisker (SUP, LA)
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Dr. med. Meinhard Korte (SUP, LA)
Prof. Dr. phil. Marianne Leuzinger-Bohleber (SUP, LA)
Dr. med. Helmut Luft* (SUP)
Prof. Dr. med. Stavros Mentzos (SUP)
Dr. med. Margarete Mitscherlich-Nielsen (SUP)
Dipl.-Psych. Mario Muck (SUP)
Dr. phil. Tomas Plänkers (SUP, LA)
Dr. med. Thomas Pollak (SUP, LA)
Gertrud Reerink, M.A. (SUP, LA)
Dr. phil. Reimut Reiche (SUP, LA)
Dr. phil. Jörg M. Scharff (SUP, LA)
Dr. med. Christa Schlierf (SUP, LA)
Dipl.-Psych. Marianne Sommer (SUP, LA)
Dipl.-Psych. Angelika Staehle (SUP, LA)
Dr. phil. Katherine Stroczan, (SUP, LA)
Prof. Dr. phil. Hans-Volker Werthmann* (SUP, LA)
Dr. med. Helga Wildberger (SUP, LA) |
* Die mit einem * gekennzeichneten Lehranalytiker
sind gleichzeitig für das Mainzer Psychoanalytische
Institut mpi (DPV) tätig.
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Supervisoren für niederfrequente Psychotherapie
Dr. phil. Lothar Bayer
Dr. med. Hansjörg Becker
Dipl.-Psych. Falk Berger
Dipl.-Psych. Halina Berger
Dr. med. Waltraud Bernard
Dipl.-Psych. Eduard Bolch
Dipl.-Psych. Mahrokh Charlier
Dr. med. Ewa Claussen
Dr. rer. med. Wolfgang Dehe
Dr. phil. Dipl.-Psych. Dipl.-Soz. Susanne Döll-Hentschker
Dr. phil. Anna Ursula Dreher
Dipl.Psych. Ulrich Ertel
Dipl.Psych. Susanne Eschweiler
Pierre Frevert, Arzt
Dipl.-Psych. Ingeborg Goebel-Ahnert
Dipl.-Psych. Bernd Günther
Dipl.-Psych. Charlotte Günther
Dipl.-Psych. Klara Kilber-Brüssow
Dr. med. Klaus Kocher
Dipl.-Psych. Iris Kollodzeiski-Kunz
Dipl.-Psych. Anna Leszczynska-Koenen
Dipl.-Psych. Rosalba Maccarone-Erhardt
Dr. med. Friedrich Markert
Dr. phil. Hans-Geert Metzger
Dr. med. Hartmut Müller
Dr.rer.med. Dipl.-Psych. Alois Münch
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Dr. phil. Gerhard Nieder
Dipl.-Psych. Reinhard Otte
Hans-Heinrich Otto, Arzt
Dr. phil. Priv. Doz. Udo Porsch
Dipl.-Psych. Doris Quasebarth
Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych. Ilka Quindeau
Dipl.-Psych. Angelika Ramshorn Privitera
Dr. phil. Dipl.-Psych. Marianne Rauwald
Dipl.-Psych. Joachim Roether
Dr. med. Hans-Joachim Rothe
Dr. med. Joachim Rothhaupt
Dipl.-Psych. Heidi Scharff
Dipl.-Psych. Christiane Schrader
Dr. med. Hermann Schultz
Dipl.-Psych. Christa Sturmfels
Dr. med. Gisela Volk
Dr. med. Elke Weinel
Prof. Dr. phil. Michael Wolf |
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Die genaue Ausbildungsordnung
des Instituts sowie die Bestimmungen
des Psychotherapeutengesetzes können Sie hier
als PDF-Datei öffnen.
Zeitaufwand und Kosten der psychoanalytischen Ausbildung
Nach dem Psychotherapeutengesetz soll es möglich
sein, berufsbegleitend innerhalb von fünf Jahren
eine Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten
zu absolvieren und mit der entsprechenden staatlichen
Prüfung abzuschließen. Das FPI bietet eine
integrierte Ausbildung in den psychoanalytischen Verfahren
analytische Psychotherapie (AP) und tiefenpsychologisch
fundierte Psychotherapie (TP) an, die auf diesen Zeitrahmen
zugeschnitten ist.
Bei der folgenden Darstellung von Kosten und Zeitaufwand
der psychoanalytischen Ausbildung am FPI handelt es
sich um Schätzwerte, die über-, aber auch
unterschritten werden können. Der hohe persönliche
Gewinn durch eine Lehranalyse, das erworbene Verständnis
für seelische Zusammenhänge sowie die dadurch
mögliche sehr befriedigende Arbeit mit Patienten
bleiben dabei unberücksichtigt. Es soll lediglich
gezeigt werden, dass anders als häufig angenommen,
die analytische Ausbildung in einem zeitlich und finanziell
überschaubaren Rahmen und Aufwand absolviert werden
kann - und damit auch in dieser Hinsicht mit anderen
Ausbildungsangeboten konkurrenzfähig ist.
Die Ausbildung gliedert sich zeitlich in zwei Teile
(Tabelle
1): Bis zum Vorkolloquium nach in der Regel
vier Semestern entstehen hohe Kosten durch die Lehranalyse
(ca. € 920.-/Monat), der Zeitaufwand ist dafür
eher gering (8 Std./Woche - das entspricht einer vierstündigen
Lehranalyse und ca. vier Stunden Theorie pro Woche).
Nach dem Vorkolloquium fangen die Kandidaten mit eigenen
Patientenbehandlungen an, wodurch sich der Zeitaufwand
für die weitere Ausbildung stark erhöht (in
der Modellrechnung ca. 23 Std./Woche). Die Patientenbehandlungen
werden aber bis auf einen kleinen Anteil (ca. 5%) den
Kandidaten entsprechend den Kassensätzen bezahlt,
so dass trotz weiterlaufender Lehranalyse und der erforderlichen
Supervisionen ein monatlicher Verdienst übrig bleibt
(in der Modellrechnung ca. € 955.-/Monat). Durch
diese Einnahmen werden im Verlauf der Ausbildung die
zunächst sehr hoch erscheinenden Kosten der Lehranalyse
(€ 52 800.- insgesamt) sowie der Supervisionen
(€ 22 500.- insgesamt) mehr als ausgeglichen. Es
bleibt sogar nach Abschluß ein (kleiner) Gesamtverdienst
von ca. € 12 300.- übrig.
Tabelle
2 vergleicht den zeitlichen Aufwand der integrierten
Ausbildung (AP und TP) mit einer Ausbildung ausschließlich
in TP bzw. Verhaltenstherapie VT. Die Grundanforderungen
des PTG bezüglich der zu absolvierenden Stundenzahlen
(4200 Std.) sind bei allen Ausbildungsgängen gleich.
Nach Abzug der Stunden, die für das psychiatrische
Jahr, das psychosomatische Halbjahr und die Theorie
erforderlich sind, wird deutlich, dass die bei TP und
VT vorgeschriebenen Mindeststundenzahlen für Selbsterfahrung
und Patientenbehandlungen unter Supervision nicht ausreichen,
um die PTG-Anforderungen zu erfüllen. Deshalb müssen
bei diesen Ausbildungsgängen weitere 930 Stunden
absolviert werden. Bei der integrierten psychoanalytischen
Ausbildung (AP/TP) hingegen ist die erforderliche Reststundenzahl
durch Patientenbehandlungen, Supervisionen sowie Lehranalyse
abgedeckt, so dass am Ende nur ein minimaler zeitlicher
Mehraufwand gegenüber den anderen Ausbildungen
verbleibt.
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